Das tägliche Leben spiritualisieren

Ein zweiter Aspekt von Dharma ist nicht nur anderen Gutes zu tun, anderen helfen und zu dienen, mit Liebe Verantwortung zu übernehmen, sondern seine eigenen Talente und Fähigkeiten zu leben, zu entwickeln und immer weiter zu entwickeln. Auch hier könnte man sagen, um von Artha auf Dharma zu gelangen gibt es auch eine andere Weise. Wenn man versucht mehr Macht zu bekommen, wird man versuchen das Maximale aus sich selbst heraus zu holen. Im Grunde kann man sagen, nach acht Stunden beginnt man das zu tun, was nachher effektiv ist, um im Beruf weiter voran zu schreiten. Acht Stunden am Tag macht jeder. Wenn man weiter voran schreiten will, ist das, was man über acht Stunden hinaus macht das, was tatsächlich nachher etwas bewirkt. Um das aber auf Dauer durchzuhalten muss man seine eigenen Talente und Möglichkeiten nutzen. Wenn man erfolgreich sein will, ist es sehr viel effektiver seine Stärken zu nutzen als zu versuchen an seinen Schwächen zu arbeiten. Das ist übrigens ein allgemeiner Tipp. Wenn ihr erfolgreich sein wollt, schaut: Was sind eure Stärken? und: Wie könnt ihr eure Stärken dafür einsetzen? Überlegt nicht so sehr: Was sind meine Schwächen, die mich davon abhalten? um dann dauernd an euren Schwächen zu arbeiten. Allerdings sollten wir an unseren Schwächen in dem Grad arbeiten, wie die eigenen Schwächen uns davon abhalten die eigenen Stärken einzusetzen. Wer zum Beispiel ein aufbrausender Typ ist und dann plötzlich aufbraust und alles kaputt macht, woran er vorher Wochen und Monate gearbeitet hatte, der sollte schon sein Temperament ein bisschen anders einsetzen. Oder, wer ein unpünktlicher Mensch ist und deshalb Geschäftsabschlüsse verhindert, der sollte Pünktlichkeit entwickeln. Aber dann, wenn man erfolgreich sein will, muss man seine Stärken einsetzen. Also muss man sich besser kennen lernen: „Was sind meine Stärken?  die muss man immer weiter entwickeln. Irgendwann stellt man dann fest, dass es eigentlich doch viel schöner ist, seine eigenen Talente und Stärken zu entfalten, als mehr Geld zu habe. Sich selbst gemäß zu leben ist letztlich schöner als Macht über andere zu haben. Das wird dann wichtiger. Dharma wird wichtig. Für viele von euch wird diese Art von humanistischer Selbstverwirklichung ein wichtiger Aspekt im Leben sein. Ich habe nach Umfragen und wissenschaftlichen Forschungen unter Yoga-Teilnehmern festgestellt, im Verhältnis zur Restbevölkerung sind einerseits die helfenden, sozialen Berufe überrepräsentiert und andererseits haben die Yogaübenden oft einen hohen Bildungsstand sind aber für diesem Bildungsstand unterbezahlt. Das heißt, sie haben öfters die Wahl getroffen, nicht nach dem höchsten Verdienst zu gehen, sondern das zu tun, was ihrem selbst gemäß ist oder was für sie sinnvoll erschien. Was nicht heißt, dass man nicht auch Vorstandsvorsitzender von Mercedes sein könnte und gleichzeitig Yoga üben.

Ich fände es sogar gut, wenn Bundeskanzler, Bundespräsident und alle Vorstandsvorsitzende der verschiedenen Unternehmen die letzte Bedürfniskategorie groß haben und Dharma leben wollen, das zum Wohl anderer einsetzen und zusätzlich das ganze spiritualisieren würden.

Moksha, der Wunsch nach Befreiung ist ebenfalls in allen Menschen bewusst oder unbewusst aktiv, in manchen ist er besonders stark. Ist der Wunsch nach Moksha besonders stark, dann befinden wir uns auf Subecha und was das dann genauer heißt, darüber spreche ich dann bei meinem nächsten Vortrag.

– Fortsetzung folgt –

Dieser Yoga und Meditation Blog-Eintrag entstammt den unbearbeiteten Niederschriften aus einem Yoga Seminar zum Thema “Der Spirituelle Weg“. Dieses Seminar fand statt bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Es wurde angeleitet von Sukadev Bretz. Dieses Seminar war auch Teil einer Yogalehrer Ausbildung. Viele Vorträge von Sukadev kannst du auch als Yoga und Meditation Video anhören – und anschauen.

Seinen angemessenen Platz finden

Für andere Menschen ist der Wunsch nach Dharma besonders wichtig. Jeder Mensch hat den Wunsch nach Dharma aber bei manchen ist er besonders wichtig. Man könnte zwei Hauptaspekte herausgreifen. Dharma ist ein sehr vielschichtiges Wort und gar nicht wirklich ins Deutsche zu übersetzen, je nach Kontext kann es verschiedene Bedeutungen haben. Wer öfter hier her kommt oder wer Teilnehmer der Vier-Jahres-Ausbildung ist, erlernt häufig noch weitere Aspekte dieses Begriffes. In diesem Kontext heißt Dharma, der Wunsch etwas für andere zu tun, seinen richtigen Platz in der menschlichen Gesellschaft zu finden, dass man etwas für andere hat.

Der 2. Aspekt ist, seine Talente zu leben. Das zu tun, was in einem angelegt ist und es idealerweise so zu machen dass es für andere etwas Gutes ist. Der zweite Aspekt ist das, was man in der humanistischen Psychologie gerne als Selbstverwirklichung bezeichnet. Das tun, was tief im Inneren in einem angelegt ist. Dieser Wunsch nach Dharma ist durchaus auch im Tier angelegt. Ein Tier will ebenfalls seinen angemessenen Platz finden. Wer Hunde hat, der weiß, auch ein Hund hat das Bedürfnis, seine richtige Rolle zu finden. Wenn man einen Hund hat ist es wichtig, dass man die Rangordnung klärt. Es ist oft ein Problem, wenn man mehrere Hunde hat, der Mensch versucht immer den schwächeren Hund zu bevorzugen. Das ist aber für die Hunde nicht gut. Deren Wunsch nach Dharma, ihren Platz in der richtigen Gesellschaft zu finden wird so ständig durcheinander gewirbelt. Wenn die Tiere ihre Platz kennen, sind sie bereit, an dem Ort, an dem sie gerade sind ihre Pflicht und Aufgabe zu erfüllen. Das ist bei den Insekten so, das ist bei den Hunden so, das ist bei den Katzen so… . Katzen sind etwas eigenbrötlerischer, aber die Katzenmutter hat durchaus auch ein Bedürfnis Ihre Aufgabe zu erfüllen. Familie ist in dem Fall nicht nur Karma. Sie macht es nicht nur aus Sinnesbefriedigung heraus. Gut, wir können sagen, ist in den Instinkten angelegt aber es ist durchaus ein Verantwortungsgefühl das da ist. Bei Tieren geht das hauptsächlich über die Instinkte, beim Menschen sagt man, wird es von einer höheren Warte aus gesehen. Wir wollen etwas tun, unseren Platz dort finden, um etwas Bedeutsames für andere zu tun und wenn es sich weiter entwickelt anderen zu helfen, anderen zu dienen,.

Wenn Dharma besonders wichtig wird, könnte es dort evolutionsmäßig zwei Weisen geben, wie man dorthin gekommen ist.

Angenommen, man versucht immer mehr Macht zu bekommen, mehr Geld zu scheffeln. Man wird feststellen: man hat’s mit anderen Menschen zu tun und muss andere Menschen verstehen. Je besser man andere Menschen versteht, um so besser kann man sie manipulieren. Wenn man heutzutage die Beschreibung irgendwelcher Führungsseminare liest, dann geht es darin immer darum andere Menschen zu verstehen um nachher mehr Geld zu bekommen. Der wird am ehesten der Beste, der Einflussreichste, der besonders auf andere eingehen kann. Aber es gibt einen Mechanismus. Wenn wir versuchen, andere Menschen wirklich zu verstehen, entsteht etwas, was man als Liebe bezeichnen kann. Ein Mensch mag die Menschen, über die er viel weiß. Ob das immer so ist sei dahingestellt aber der Mensch hat die Fähigkeit zur Empathie und die entsteht, wenn wir über einen anderen einiges wissen. Ihr kennt das vom Film her. Wen mag man typischerweise am meisten als Zuschauer? Den Hauptdarsteller, die Hauptdarstellerin, selbst, wenn es ein Verbrecher ist. Warum mag man den am meisten? Weil man am meisten über ihn weiß und weil man die Welt aus deren Perspektive sieht. Das ist übrigens auch eine einfache Weise, wenn es jemanden gibt, den ihr nicht mögt, gibt es zwei Möglichkeiten ihn zu mögen, wenn ihr ihn mögen wollt … . Was meine Empfehlung wäre, denn es ist eine gute Sache Menschen zu mögen vor allen Dingen die Menschen, mit denen man regelmäßig zu tun hat. Es ist erheblich Lebensqualitäts- einschränkend mit Mensch zusammen zu sein, die man nicht mag. Man könnte ja probieren sie zu vernichten oder sie zu meiden oder … man könnte probieren sie zu mögen. Zwei einfache Weisen dazu wären, zum einen mehr über den anderen Menschen zu erfahren und zum andern, die Welt mal eine Weile aus seiner Sicht zu sehen. wie ein Gedankenexperiment. Wenn ich der Mensch wäre, wie würde ich jetzt reagieren? Das ganze koppeln mit der nötigen Demut, denn, einen anderen wirklich hundertprozentig zu verstehen ist nicht möglich. Es ist ja noch nicht mal möglich, sich selbst hundertprozentig zu verstehen. Vielleicht als Selbstverwirklichter…. aber nicht in den Vorstufen. Oder wer von euch kann sagen, ich habe ich hundert Prozent verstanden? Ich versuche seit dreißig Jahren mich zu verstehen. Ich bin mir immer noch für eine Überraschung gut. So seid vorsichtig jemand anderem gegenüber zu sagen: „Ich versteht dich ja.. Meistens folgt dann: „Ja, aber, …. „. Wir können probieren andere Menschen mehr zu verstehen und so kann es sein, dass jemand, dem es eigentlich um Macht ging mehr mit Menschen zu tun hatte. Und jemand, der Wirtschaftsmacht will, muss ja verstehen: was treibt andere Menschen an? Und dabei kann er vielleicht beginnen zu überlegen, statt den Menschen was zu verkaufen, was der nicht will, könnte man probieren etwas wirklich Gutes zu tun. Dann erwacht der Wunsch Gutes zu tun. Andere Menschen benötigen diese Zwischenstufen nicht. Solange sie zurückdenken können…, bei Ihrer Berufswahl und bei vielen anderen Wahlen war immer auch die Frage: Was könnte ich machen, was sinnvoll ist? Was könnte ich machen, das für andere Menschen gut und hilfreich ist? Wenn ich beim Vortrag frage: „Wer von euch ist in sozialen Berufen im weiteren Sinne, in sozialen oder helfenden Berufen, bitte mal den Arm heben. Kann ich feststellen, das ist in Yogakreisen überrepräsentiert.

– Fortsetzung folgt –

Dieser Yoga und Meditation Blog-Eintrag entstammt den unbearbeiteten Niederschriften aus einem Yoga Seminar zum Thema “Der Spirituelle Weg“. Dieses Seminar fand statt bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Es wurde angeleitet von Sukadev Bretz. Dieses Seminar war auch Teil einer Yogalehrer Ausbildung. Viele Vorträge von Sukadev kannst du auch als Yoga und Meditation Video anhören – und anschauen.

72 Selbstvertrauen und Demut – Hingabe und Weisheit – Geschichten von Hanuman mp3 Vortrag

Selbstvertrauen und Demut, Hingabe und Weisheit. Diese Eigenschaften gilt es zu entwickeln. Sukadev zeigt in diesem Vortrag anhand von Hanuman Geschichten aus der indischen Mythologie, wie wichtige spirituelle Prinzipien im Alltag gelebt werden können. Mitschnitt eines Live Vortrags am Vorabend von Hanuman Jayanthi im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Seminare mit Sukadev  Yoga Seminare im […]